Über mich
MK - Michael Klotzki - #MKCREARE
Crescere, das "werden, wachsen, wachsen lassen" ist für mich in allen meinen Beziehungen von Bedeutung: Sei es als Kind, als Vater oder als Freund. Das gleiche gilt auch für alle Ausdrucksformen die ich im Lauf der Zeit einüben konnte: Sei es Theater, Kleinkunst, Performance oder Malerei. Kreativität ist meine Vita nicht nur privat auch im Beruf als Bankkaufmann, Betriebswirt, Organisations- und Prozessberater.
-1982 : erste Theatererfahrungen; 1983-1999 : Auseinandersetzung mit verschiedensten Formen der darstellenden Kunst als Schauspieler, Puppenspieler, Bühnenbildner, Regisseur und Autor. Diverse regionale Theater- und Filmproduktionen; 1986/87 “Theaterseminare: Courage Theater Wiesbaden, Theaterseminar „Alte Ziegelei – Mainz-Bretzenheim, Volkstheater Mainz; 1993 mit dem Malen intensiver begonnen, allein und in der Gruppe. Ausstellungen im Alzeyer Schlosskeller, Kunst im Park, Badenheim 1999. Sohn Samuel geboren. 2007 Gründungsmitglied der Kunstgruppe Blickmomente. Seit 2016 Mitglied im Netzwerk Kunstraum Alzey und seit 2017 im Mainzer Kunstverein Walpodenstr. e.V. Vertreten im Künstlerkreis Windows of Fame, Zürich. Diverse Ausstellungen in Mainz, Frankfurt, Zürich und Venedig. Seit 2018 verstärkt mit Videokunst und Fotografie beschäftigt.
Bis heute spiele ich mit verschiedenen Techniken. Meine Werke sollen dabei die Gedanken des Betrachters zu bunten Phantasien beflügeln - ihn berühren mit dem, was sie ausstrahlen.
Bei der Malerei geht es mir vorwiegend um die Harmonie und die Faszination der Farben … und es begeistert mich immer wieder im direkten Hautkontakt Farbpigmente aufs Papier zu bannen: Es „werden und wachsen zu sehn“.
Im Rahmen meiner Arbeit zur Ausstellung Kunstsommer 2026 begleitete mich die Kunsthistorikerin P. Moritz. Ein Dank an die Laudatorin und an alle Besucherinnen und Besucher der Aussstellung im Gautor Oppenheim
Guten Tag,
meine Damen und Herren,
liebe Besucherinnen und Besucher der Ausstellung,
„Kunstsommer" mit dem Künstler Michael Klotzki
Wenn ich mich den Arbeiten von Michael Klotzki nähere, tauchen bei mir immer wieder bestimmte Begriffe und Gedanken auf: Surrealismus und Dadaismus - jene künstlerischen Bewegungen, die Traum, Zufall, Irritation und das Unterbewusste zu
eigenständigen Ausdrucksformen erhoben haben.
Auch bei Michael Klotzki ist die Realität stets Ausgangspunkt - aber niemals das Ende.
Ganz gleich, ob er figürlich oder abstrakt arbeitet, ob er fotografiert, installiert, projiziert oder mit Materialien aus unserer unmittelbaren Lebenswelt arbeitet: Immer wieder führt mich ein roter Faden durch seine Arbeiten. Es geht um die Frage nach Wirklichkeit und Schein, nach Identität und Verwandlung, nach dem Verhältnis von Mensch, Natur und Zeit.
Und genau darin findet sich eine zeitgenössische Fortsetzung jener künstlerischen Traditionen. Seine Figuren sind zugleich wirklich und unwirklich, männlich und weiblich, Mensch und Traumgestalt. Sie bewegen sich zwischen verschiedenen Identitäten und Rollen. Sie z eigen uns: Kunst ist immer auch ein Rollenspiel.
Und wer geschickt genug mit der Maske umgeht, gewinnt die Aufmerksamkeit des Betrachters. Schmetterlinge - Boten der Verwandlung
Beim Betrachten der Arbeiten von Michael Klotzki begegnen uns immer wieder Elemente aus der Natur: Wald, Bäume, Gräser - und in der jetzigen Ausstellung Kunstsommer gefrorenes Wasser, Sonnenblumen und Schmetterlinge.
Doch diese Elemente bleiben bei ihm nicht einfach Naturabbilder. Er verbindet sie, verändert sie, setzt sie in neue Zusammenhänge und verknüpft sie mit Licht, Projektion und Performance. Dadurch werden sie nicht nur sichtbar, sondern haptisch erfahrbar, begehbar und unmittelbar erlebbar.
Die Schmetterlinge sind dabei nicht bloß dekorative Elemente. Sie bewegen sich leicht über den Köpfen der Besucher hinweg, fliegen durch die Köpfchen der Sonnenblumen dem Licht entgegen.
Der Schmetterling ist ein Symbol für Transformation, Freiheit und Wiedergeburt. Als Meister der Metamorphose erinnert er uns an das ewige Werden, an Wandel und zugleich an Vergänglichkeit.
Diese Gedanken führen unmittelbar zu jenem berühmten Traum des chinesischen Philosophen Zhuangzi, der etwa im 4. Jahrhundert vor Christus lebte. Er beschreibt den Traum, in dem er ein Schmetterling ist - und stellt nach dem Erwachen die bis heute faszinierende Frage:
„Bin ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling - oder ein Schmetterling, der träumt,
er sei ein Mensch?"
Eine Frage, die bis heute nachhallt und auch in der Kunst immer wieder neu gestellt wird.
In dieser Verbindung von Traum, Zweifel und Identität schwingt etwas Kafkaeskes mit: dieses leicht unheimliche Gefühl, wenn sich das Vertraute verwandelt und der Mensch plötzlich über sein eigenes Sein ins Zweifeln gerät.
Auch bei Michael Klotzki bleibt Verwandlung niemals bloß romantisch. Sie ist zugleich schön und rätselhaft, verheißungsvoll und fremd - wie das Leben selbst.
Und sie verweist darüber hinaus auf eine sehr gegenwärtige Bedrohung: die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen und die immer deutlicher spürbaren Folgen des Klimawandels. Natur als Mahnung - und als sinnliche Erfahrung
Michael Klotzki ist ein leidenschaftlicher Beobachter der Natur. Er beschäftigt sich mit ihrer Schönheit, aber ebenso mit ihrer Vergänglichkeit und mit ihrer zunehmenden Zerstörung durch den Menschen. Besonders eindrucksvoll wird dies in der Performance, die er gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern gestaltet.
Eiswürfel auf der Haut - ein zunächst ganz einfacher, körperlicher Moment.
Doch plötzlich wird aus dieser kleinen Erfahrung eine Metapher: Kälte wird spürbar, Schmelzen wird spürbar, Vergänglichkeit wird spürbar. Eine Besucherin nimmt sogar die Eiswürfel in den Mund und lächelt dabei.
Der Betrachter wird nicht belehrt. Er wird aufmerksam gemacht.
Auf das eigentlich Schöne in dieser Welt - und zugleich darauf, wie verletzlich dieses Schöne ist.
Michael Klotzki ist ein Künstler, der wachmacht.
Und er tut dies auf eine ästhetisch starke, präsente, selbstbewusste Weise, die zugleich viel Feinsinn und
Zartheit in sich trägt.
Franka Patricia Moritz, M.A., Kunsthistorikerin
Oppenheim, im Gautor, 08.08.2026